Wünsch Dir was

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Neues Jahr, neue Chance. So sagt man im Allgemeinen. Asphalt wollte es konkret wissen. Und hat Verkäufer und Verkäuferinnen befragt: nach ihren privaten Wünschen für 2006 - und ihren politischen Forderungen an "die da oben". Hier geht es um Zufriedenheit, um "richtige" Jobs, um soziale Wärme, um Frieden und Gesundheit.



Michael Asphalt-Verkäufer Michael: Mein persönlicher Wunsch ist es vor allem, einen adäquaten Job zu finden, einen, bei dem man richtig Geld verdienen kann. Was jedoch keineswegs heißen soll, dass ich mit Asphalt unzufrieden bin! Nur: Ein "richtiger" Job wäre eben doch noch was anderes...
Und außerdem wünsche ich mir, dass "die da oben" - Politik und Firmen, wie z.B. Lebensmittelketten - sich mal zusammensetzen und mehr Verkaufsplätze für Asphalt aushandeln sollen. Warum gelten so viele Verkaufsverbote, warum sind so viele Plätze tabu? Ansonsten: Große Erwartungen an die Politik habe ich nicht - nicht mehr.

PeterAsphalt-Verkäufer Peter: Meine Wünsche und Forderungen? Etwas mehr soziale Wärme in dieser Stadt, das vor allem. Und an Arbeitsämter, Job-Center, Politik: Nicht nur 1-Euro-Jobs schaffen, sondern "richtige" neue Jobs, auch für die Leute, die auf dem 1. Arbeitsmarkt keine Chance haben. Und dann bräuchten wir unbedingt: bessere Beratung, kompetentere Auskunft und mehr Sachkenntnis auf den Ämtern.

JessicaAsphalt-Verkäuferin Jessica: Ich wohne zurzeit im Frauenwohnheim. Für 2006 wünsche ich mir vor allen Dingen, eine Wohnung zu finden, gemeinsam mit meinem Freund. Ansonsten: Asphalt ist eine wirklich gute Sache! Ich bin zwar erst seit kurzem dabei, bin mir aber sicher: Das ist ein sehr gutes Projekt.



GeorgAsphalt-Verkäufer Georg: Was mir auf den Keks geht: Ich suche seit genau eineinhalb Jahren eine Wohnung, mindestens zweimal pro Woche sehe ich mir eine an. Aber als Hartz IV-Bezieher erhält man nur Absagen, hat keine Chance, eine Wohnung in der Innenstadt, der Oststadt oder List zu finden. Ich meine: Das Wohnungsamt sollte sich unbedingt mehr kümmern!
Danke sagen möchte ich an dieser Stelle einmal allen Asphalt-Käufern, auch für die netten Gespräche zwischendurch...

TanjaAsphalt-Verkäuferin Tanja: Ich wünsche mir Frieden und Gesundheit für meinen achtjährigen Sohn, für meine Familie und für die lieben Menschen um mich herum. Meinem Sohn wünsche ich außerdem, dass er viele Freunde findet; dass er sich in einer Gemeinschaft so geborgen fühlt wie ich mich mit meinen Asphalt-Kollegen.
Aber auch andere Wünsche und Forderungen habe ich, zum Beispiel: weniger Willkür durch inkompetente Sachbearbeiter in öffentlichen Institutionen, dazu zählen leider auch die Schulen. Stattdessen wünsche ich mir qualifizierte und individuelle Beratung und Unterstützung, besonders für Kinder. Und: Dass der Status der Allein Erziehenden verbessert wird.

HassoAsphalt-Verkäufer Hasso: Dass es endlich klappt mit der eigenen Wohnung, das wünsche ich mir ganz dringend. Und dass ich mit der Krankenkasse übereinkomme: Für die Sanierung meiner Zähne wäre nämlich eine Vollnarkose zur Entfernung einiger Wurzeln nötig. Hinsichtlich der Kostenübernahme gab es da bisher nur Vertröstungen seitens der Kasse... Wenn ich eine Frage an die Politiker richten könnte, an den künftigen Oberbürgermeister zum Beispiel, wäre es diese: Warum gibt es in Hannover so wenige kulturelle Angebote für Menschen mit wenig Geld? Öfter mal ein "Eintritt frei" oder eine ganz geringe Kostenbeteiligung wäre gut. Ich würde jedenfalls gerne wieder öfter ins Museum gehen, so wie früher.
Und außerdem wünsche ich mir: Lasst mehr Plätze für den Verkauf von Asphalt zu!

Hans-JoachimAsphalt-Verkäufer Hans-Joachim: An die Adresse von Politik und Wirtschaft erst einmal Folgendes: Schafft den verkaufsoffenen Sonntag wieder ab! Ich bin ein gläubiger Mensch, der Sonntag sollte frei sein für den Kontakt mit der Kirche, nicht für die Wirtschaft. Da bin ich ganz in Übereinstimmung mit der Bischöfin.
Und dann habe ich noch ein anderes Anliegen: Das generelle Verbot, in der Fußgängerzone Fahrrad zu fahren, sollte gelockert werden. Damit meine ich aber nicht, die Innenstadt zur Rennstrecke zu machen, die Radfahrer müssten schon sehr rücksichtsvoll sein. Als Verkäufer von Asphalt wünsche ich mir für 2006 natürlich noch mehr Kunden, und vor allem: dass die jetzigen Kunden mir treu bleiben. Bestehende Vorurteile in der Gesellschaft gegenüber Asphalt-Verkäufern - "das sind doch faule Säcke, die nicht arbeiten wollen" - sollten abgebaut werden, das sollten wir alle gemeinsam durchsetzen. Na ja, und dann wünsche ich mir noch, dass der Winter nicht mehr so lange dauert! Gute Wünsche außerdem an alle Kunden, Verkäufer und die Asphalt-Redaktion!

BerndAsphalt-Verkäufer Bernd: In der Wohnungspolitik muss sich dringend was ändern. Ganz wichtig: Die Wohnungsgesellschaften sollen an jeden vermieten, auch an Schuldner.






Umfrage: Angelika Havers
Fotos: Karin Powser

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