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Kunst Wohnungsloser

Hannover. Bilder, Installationen und Skulpturen wohnungsloser Menschen: Das Niedersächsische Sozialministerium stellt sie aus. Zentral im Foyer des Hauses schräg gegenüber vom Landtag. Die Ausstellung ist Ergebnis einer Kooperation mit dem Männerwohnheim Werkheim in Hannover-Vahrenwald. Dort gibt es seit zwei Jahren eine Kreativwerkstatt. Sie bietet Tagesstruktur und Ausdrucksmöglichkeiten vielfältiger Art für Menschen, die irgendwann irgendwie auf der Straße gelandet sind und sich zurück in ein strukturiertes Leben kämpfen. „Kunst ist etwas was mich berührt, was mich innehalten lässt, was und was mich anregt nachzudenken“, sagte Sozialministerin Daniela Behrens anlässlich der Eröffnung. „Und das tun die Werke hier in den Gängen des Ministeriums sehr.“  In der Kunst komme es darauf an, Gefühle auszulösen, die Werke der wohnungslosen Künstlerinnen seien in der Hinsicht sehr erfolgreich.  Die Werkheim-Kreativwerkstatt ist ein vom Land gefördertes Projekt, um Menschen, die den Anforderungen des ersten oder geförderten Arbeitsmarktes noch nicht gewachsen sind, zunächst Struktur und Selbstvertrauen gewinnen sollen. Über den tätigen kreativen Prozess, über die Ausbildung neuer Fähigkeiten und Fertigkeiten, so Werkheimleiter Andreas Sonnenberg. Denn für jeden und jede gelte: Arbeit und Tätigkeit vermittelten Identität und Wertschätzung. Daran mangele es in besonderem Maße nach einem Leben auf der Straße. Kreativwerkstatt-Anleiter Markus Feßke betonte, dass manche Künstlerinnen und Künstler an einer Installation oder einem Bild manchmal mehr als ein halbes Jahr gearbeitet hätten, andere hätten einen Output von einem Bild pro Tag. Es geht um Auseinandersetzung. Immer. Auch mit dem Publikum. MAC/Fotos: V. Macke

Die Ausstellung wird bis Ende Juni zu sehen sein. Die Corona-Verordnungen machen derzeit eine Einzelbesichtigung im Ministerium noch unmöglich. Interessierte aber können sich zur Führung anmelden unter pressestelle@ms.niedersachsen.de oder unter 0511-120-4057.

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