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Stadt will Obdachlosigkeit abschaffen

Hannover. Mit einer neuen ‚Fachstelle zur Prävention von Wohnungsverlust‘, die im
Fachbereich ,Gesellschaftliche Teilhabe‘ angesiedelt werden soll, will die Stadt die Entstehung von Wohnungslosigkeit in Zukunft vermeiden und binnen acht Jahren Obdachlosigkeit in Hannover abschaffen. Damit folgt die Stadt einer Vorgabe des Europaparlaments, das die Losung „Obdachlosigkeit abschaffen bis 2030“ vor einigen Jahren ausgegeben hatte. „Wir setzen hier noch einmal einen ganz deutlichen Fokus“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay in einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen. „Das hannoversche Konzept für Teilhabe steht auf drei Säulen: Unterkünfte weiterentwickeln und möglichst in der Einzelzimmerbelegung bereitzustellen, obdachlosen Menschen durch soziale Angebote Hilfe und Orientierung zu geben und die Obdachlosigkeit deutlich zu reduzieren und da, wo es möglich ist, zu vermeiden.“
Die neue Fachstelle, so ergänzte Sozialdezernentin Sylvia Bruns, solle das städtische Know-How – zum Beispiel finanzielle Hilfen, ambulante Hilfen, sozialpädagogische Beratung, bündeln. Zudem sollen die Angebote externer Anbieter wie Schuldnerberatung, Jobcenter, Mieterverein oder Beratungsangebote der Wohnungsunternehmen vernetzt werden. 2023 soll die neue Fachstelle arbeitsfähig sein: Für den direkten Kontakt vor Ort will die Stadt mit vier SozialarbeiterInnen aufsuchende Sozialarbeit verstärken, um Menschen, die zwar gesetzliche Leistungsansprüche haben, diese bisher aber nicht geltend machen, im Rahmen einer Infokampagne besser über ihre Rechte in Kenntnis zu setzen. Die Leistungen nach §67 Sozialgesetzbuch XII würden dann von der Region Hannover gewährleistet. Wie viele Menschen davon betroffen wären, ist der Stadt nicht bekannt. „Die Hilfeorganisationen betonen, dass es viele sind, da sei noch viel Luft nach oben“, so Bruns auf Nachfrage von Asphalt.
Die neue Fachstelle solle vor allem „früher Unterstützung bei drohenden Räumungsverfahren bieten, eine Beratung und Unterstützung nach Wohnungserhalt durch Fachhilfen bieten und ein Fallmonitoring aufbauen, das Trends erkennt und Handlungsbedarfe früher identifiziert“, ergänzte die Sozialdezernentin. MAC

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Foto: Grit Biele

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